Wechselmodell bietet Nachhaltigkeit

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Wechselmodell bietet Nachhaltigkeit im sozial-ökonomischen sowie ökologischen Bereich

Integrativ-paritätisch geführte Kinderbetreuungsmodelle stellen eine Nachhaltigkeit aller drei Dimensionen von Ökologie, Ökonomie und Soziales. Wobei die Effektivität im sozialen und ökonomischen Bereich stärker wiegt und die ökologische Nachhaltigkeit in der Regel eine Folge der lösungsorientierten Umsetzung von Paritätsmodellen stellt.

Ökonomische Nachhaltigkeit:

Wechselmodell bietet NachhaltigkeitKritiker eines paritätisch geführten Kinderbetreuungsmodells sprechen, mit Hinsicht auf das umgangssprachlich gesellschaftlich bekannte „Wechselmodell“, von erheblich höheren Kosten für Transferstrecken zwischen den Elternhäusern, doppelte Möblierung, Kinderkleidung sowie Spielsachen. Sie betonen, dass bei einem „echten Wechselmodell“ mit einer Betreuungsaufteilung von 50/50, der Unterhaltsanspruch aufgehoben sei. Ausnahmen stellen Familienkonstellationen, in dem ein Elternteil wesentlich mehr erwirtschaftet als der andere Elternpartner.

Die Statistik in Deutschland stellt für das Jahr 2014 folgende Ergebnisse für Alleinerziehende fest:
Im Jahr 2014 gab es in Deutschland rund 404.000 alleinerziehende Väter und rund 2.307.000 alleinerziehende Mütter. Ca. 40 Prozent von ihnen bezogen Hartz IV (Arbeitslosengeld II ). Hierzu kommt noch eine Dunkelziffer von Betroffenen, die aus Scham, Unwissenheit oder Ängsten, trotz Anspruch keine Hilfen beim Staat beantragten. In neun von zehn Fällen ist der alleinerziehende Elternteil eine Mutter.

Alleinerziehende leben oft an der Armutsgrenze!

Inkompatibilitäten von Arbeits- und Betreuungszeiten stellen hier eine enorme Herausforderung. Flexible Arbeitszeiten oder die verkehrsbedingten Rahmenbedingungen  der Transferstrecken ( z.B. KITA, Arbeitsplatz) sind Voraussetzung, diese Herausforderungen meistern zu können. Alleinerziehende Elternteile mit Kindern unter drei Jahren leben besonders oft an der Armutsgrenze (über 70 %).  Sie haben verstärkt mit Problemen bei der Wechselmodell bietet NachhaltigkeitAufnahme  einer Erwerbstätigkeit zu kämpfen. Die Folge von Einbußen der nachkommenden Generation (Kinder), aufgrund familiärer Überschuldung oder unzureichender Altersvorsorge der Eltern stellen hierbei ein Risiko. Auch die finanzielle Belastung von unterhaltspflichtigen Trennungselternteilen, mit einer klassischen Umgangsregelung innerhalb eines Residenzmodells sind erheblich. Alle Kinderbetreuungsmodelle, abseits eines echten Wechselmodells, mit keiner Chance auf Minderung, bzw. Wegfall der finanziellen Unterhaltspflicht. Dies bedeutet für die mögliche Zweitfamilie des unterhaltspflichtigen Elternteils auch finanzielle Einbußen, bzw. im schlimmsten Fall ein zusätzliches Armutsrisiko. Lösungsorientierte Trennungseltern, die von Anfang an auf eine gemeinsame Fortführung von Sorge und Umgang, in Form eines Paritätsmodelles, hinwirken, sparen dem Staat und somit dem Steuerzahler enorme Ausgaben, für ein Familienrechtssystem mit angeschlossenem Helfersystem, dass hohe Summen jährlich verschlingt. Ressourcen der Jugendämter und Gerichte werden geschont, Honorarkosten für Gutachter im familienpsychologischen Bereich sowie Psychologen und Pädagogen können minimiert werden.

Hier fördert ein integrativ-paritätisches Kinderbetreuungsmodell nicht nur soziale Aspekte. Sondern es stabilisiert und stärkt, durch Verteilung der Belastungen auf beide Elternpartner und Ermöglichung von Handlungsspielräumen in Bezug auf Bedürfnisse und reale Ressourcen, der Nachtrennungsfamilie berufliche Chancen und damit bessere finanzielle Absicherung. Darüber hinaus sind Trennungseltern, mit erlittenen Kontaktabbrüchen von Eltern-Kind-Bindungen, in Folge einer Trennung oder Scheidung, einem höheren Risiko ausgesetzt, an psychischen Krankheiten wie Depression oder Belastungsstörungen zu erkranken. Denn nicht nur betroffene Kinder werden durch Bindungsabbrüche geschädigt, sondern auch ihre (in der Regel erwerbstätigen) Eltern. Mit den Worten „Teilen macht ganz“ kann man am ehesten, die positiven Effekte eines paritätisch geführten Betreuungsmodell beschreiben.

Soziale Nachhaltigkeit:

Integrativ-paritätische Kinderbetreuungsmodelle bedeuten für Trennungsfamilien jeden Tag die aktive Pflege ihres Beziehungsgepflechtes, welche einen mindestens ebenso hohen Stellenwert einnimmt wie bei einer Kern, bzw. Erstfamilie. Jedoch lernen betroffene Trennungskinder in Lebensmodellen wie dem Wechselmodell, anhand der Vorbildfunktion der Eltern, ihre eigenen sozialen Kompetenzen, trotz erlittener Trennung und dem Zerbrechen der Erstfamilie, auszubauen. Die Voraussetzung für das Gelingen eines Paritätsmodells ebenso wie jeden anderen Kinderbetreuungsmodells, ist das Fundament in Form einer vorhandenen qualitativen, vertrauensvollen Elternebene mit einem hohen Maß an emotionalem Einfühlungsvermögen und der eigenen Reflexionsfähigkeit. Fürsorge, Verständnis, Rücksichtnahme, Toleranz sind hierbei wichtige Faktoren, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Diese Kompetenzen sind jedoch bei allen Menschen unterschiedlich ausgeprägt, können jedoch nachträglich erworben werden. Besonders das Patenschaftsprogramm und das künstlerische Angebot des Vereins sollen hier unterstützend zum Tragen kommen.

Ökologische Nachhaltigkeit:

Paritätische Kinderbetreuungsmodelle, mit besonderer Hinsicht auf eine 50/50 Aufteilung der Betreuungszeiten, können ausschließlich nachhaltig existieren, wenn die betroffenen Elternteile geringe Transferstrecken zwischen beiden Elternhäusern sowie Schule oder KITA, innerhalb ihres familiären Alltags, überwinden (zurücklegen) müssen. Es ist somit unerlässlich, dass betroffene Trennungseltern, trotz Neuorientierung, emotionaler Instabilitäten (Enttäuschung, Trennungsschmerz) oder sich neu eröffneten Karrierechancen in weit entfernten Städten oder gar Bundesländer, sich fortlaufend und beständig für Wohnsitze in ausreichender Nähe zueinander entscheiden. Der ökologische Aspekt in Kontext von Nachhaltigkeit ist somit ausschließlich eine positive Folgebegleiterscheinung, die der notwendigen grundsätzlichen Rahmenbedingung eines Paritätsmodells geschuldet sind. Angesichts der Tatsache, in welchem globalen Zusammenhang und mit welchen Herausforderungen konfrontiert, wir als Menschen in Verantwortung stehen, unser Ökosystem zu bewahren und zu schützen, mag es beinahe vermessen klingen, von ökologisches Nachhaltigkeit im Bezug auf Paritätsmodelle zu sprechen. Doch die wichtige Grundvorrausetzung der lokalen Nähe beider Elternhäuser, bringt eine damit verbundene Energieeinsparung mit sich und trägt im kleinsten, persönlichsten Rahmen einen Beitrag z.B. zum Klimaschutz und der Ressourcenschonung bei.

Ein Paritätsmodell, besonders mit integrativer Ausgestaltung und mindestens einem Betreuungsanteil von 70/30, bietet allen Beteiligten bereits Mehrwert. Ein Paritätsmodell  oder Wechselmodell bietet Nachhaltigkeit im sozial-ökonomischen sowie ökologischen Bereich.

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