Wege der Hoffnung

Wege der Hoffnung

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Du darfst daheim bleiben. Du nicht.

Der Artikel ist im Heft 31/2012 der Zeitschrift SZ-Magazin erschienen. Der Autor Andreas Wenderoth ist für diesen Beitrag mit dem „AGJ-Medienpreis der Kinder- und Jugendhilfe 2014“ geehrt worden.

„Wege der Hoffnung“ von Andreas Wenderoth

Schmid fragt, ob sie sich schon entschieden hätten. Ob sie die beiden großen Hunde behalten möchten oder das Kind. Noch haben sie nur eines, drei weitere werden bald folgen. Es ist keine ironische Frage. Lorenz Schmid vom sozialpädagogischen Dienst, Jugendamt Regensburg, meint es ernst. Klaus Gruber wohnt mit seiner Freundin damals in einer Einzimmernotwohnung mit Bad im Keller. Sie haben diese zwei riesigen Mischlingshunde, die überall sein dürfen, und ein Neugeborenes, das irgendwo dazwischen liegt. Gruber antwortet knallhart: »Die Hunde waren zuerst da!« Aber vielleicht ist es nur eine Provokation, denn Schmid geht ihm ziemlich auf den Wecker. Das ganze Jugendamt eigentlich. Und all die Leute, die sie ihnen ständig schicken.

Diese Familienhelferin zum Beispiel. Dringt einfach so in ihr Leben ein und will ihnen dann auch noch erzählen, was sie alles falsch machen. Das Jugendamt verfolgt Klaus Gruber schon sein ganzes Leben. Als er zwei Jahre ist, sterben seine Eltern, die Pflegefamilie ist mit ihm überfordert, mit 15 schmeißen sie ihn raus, er kommt in eine Jugendwohngruppe und steht unter Vormundschaft des Jugendamtes. Und nun, 25 Jahre später, schickt ihm der Herr Schmid mit seinem Dreitagebart diese Frau Gschlößl, die er am liebsten von hinten sieht. Er hasst sie und das, wofür sie steht. Schaltet auf Durchzug, wenn sie redet, schon aus Prinzip: »Ins eine Ohr rein, beim anderen wieder raus«, das ist seine Strategie im Umgang mit ihr. Soll sie ruhig klug daherreden. Meist geht er sowieso aus dem Zimmer, wenn sie kommt.

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