Häusliche Gewalt kann jeden treffen

Häusliche Gewalt kann jeden treffen

„Er konnte mich anfangs oft zum Lachen bringen, später eher nur zum weinen!“, erinnert sich die Mutter einer knapp zwölf jährigen Tochter und blickt auf eine gewaltgeprägte Ehe zurück, „Er konnte super nett sein, mir die tollsten Möbel aus Holz bauen- und plötzlich von einem Moment zum anderen wechselte seine freundliche Stimmung in Aggression. Unvorhersehbar kamen seine Ausraster. Doch wenn man jung ist, denkt man, man könnte die Welt ändern. Man glaubt, Menschen ändern zu können. Ich dachte immer, wenn ich diesem Mann, welcher eine furchtbar leidvolle Kindheit verbracht hatte, nur genug Liebe geben würde, würden sich seine Aggressionen und die damit ausgeübte Gewalt mildern und eines Tages wäre dieser Mann ein friedvoller Mensch.“hausliche gewalt

Ist Häusliche Gewalt Lebensrisiko oder Schicksal?

In diese gewaltgeprägte Ehe wurde ein kleines Mädchen hineingeboren, was sich seine Eltern nicht aussuchen konnte. Die privaten und wirtschaftlichen Lebensumstände eines Kindes sind immer ein Lebensrisiko oder Schicksal– für jeden neuen Erdenbürger!
Trotz Eheberatung bei einer SOS-Beratungsstelle, kam es immer wieder zu gewaltätigen Übergriffen seitens des Mannes gegenüber seiner Frau. Oft im Beisein des Kleinstkindes. Es bereitete dem Vater immer wieder Freude, seine Macht durch Waffengewalt zu symbolisieren. Immer wieder zückte er unvorhersehbar eine Schusswaffe, selbst wenn es keinen Streit zwischen den Eheleuten gab. Posierend mit Waffe fotografierte er sich immer öfter hierbei. Stellte seine persönlichen Bilder mit Schusswaffe bei sozialen Plattformen ein. Enge Freunde, die er ebenfalls mit seinen Waffen einschüchtern und beeindrucken wollte, stellten den Kontakt zur Familie ein. Immer öfter war die junge Mutter alleine mit ihrem Kind, den Gewalttätigkeiten des Partners ausgeliefert. Ihre blauen Flecke waren so gut wie nie im Gesicht zu finden, sondern stets da wo Kleidung diese bedeckte. War das Ehepaar bei Festlichkeiten oder in der Öffentlichkeit, so spielten sie das glückliche Paar. Alle beide.

Immer öfter musste die Frau ins Frauenhaus flüchten. Dort wurde ihr geraten, den Kontakt zu ihrem Ehemann und Täter einzustellen und eine eigene Psychotherapie zu beginnen, um die negativen Erfahrungen zu bearbeiten und das eigene Verhalten zu schulen, sich in Zukunft besser schützen zu können. Doch die junge Frau ging wieder zurück zu ihrem Peiniger. Selbst als es immer schlimmer wurde und sie mit anschauen musste, wie ihr gewalttätiger Partner die eigenen Haustiere quälte, ging sie aus Angst nicht fort.

Erst Jahre später Flucht in ein neues Leben ohne Gewalt

Herbst 2005: Die Tage brachten bereits die frühe abendliche Dunkelheit mit sich, gerieten die gewalttätigen Auseinandersetzungen mal wieder zwischen den Eheleuten so aus dem Ruder, dass die junge Frau zwischen Flurwand und ihrem Ehemann eingekesselt stand. Immer wieder trat der Mann seiner Frau mit dem Knie in die Oberschenkel, drückte ihre Kehle zu, versuchte die fuchtelnden Hände seiner Frau abzuwehren, die mühsam versuchte, sich aus der brenzlichen Situation zu befreien. Immer wieder, wenn sie sich frei geboxt hatte und nach Luft schnappen konnte, schrie sie um Hilfe. Sie schrie so laut, dass ihre Hilferufe bis auf die Straße drangen. Der Passant Günther K. hörte die Hilfeschreie der Frau und alarmierte die Polizei, welche in kürzester Zeit zur Hilfe kam und dem Ehemann des Hauses verwies.
Erst an diesem Abend, als die junge Frau, unter Mithilfe dieses engagierten Mitbürgers Günter K., den Übergriffen ihres gewalttätigen Ehemannes entkam, verstand sie welches Glück sie gerade erfahren durfte, nicht schlimmer verletzt worden zu sein und packte einen Rucksack voll mit ihren persönlichsten Sachen.

Kind nahm die erlebten Gewalttätigkeiten mit eine Handyfotokamera auf

Sie nahm ihr kleines Kind und lief fort in die Nacht. Sie kam nie wieder zurück zu ihrem Ehemann, sondern reichte die Scheidung ein, begab sich in eine Psychotherapie und hielt sich von ihrem Peiniger fern. Der Versuch den gewalttätigen Ehemann zu schulen, seiner Elternrolle gerecht werden zu können, scheiterte an dessen eigener Reflexionsfähigkeit.
Selbst 10 Jahre nach der Trennung der Eheleute, kam es während der Umgangszeiten zu weiteren Gewaltdelikten seitens des Vaters gegenüber seinem Kind. Das Kind nahm die erlebten Gewalttätigkeiten mit eine Handyfotokamera auf, sodass man den Vater als Gewalttäter ein weiteres Mal nachweislich überführen konnte. Es erfolgen bis heute keine weiteren Umganstermine zwischen dem gewalttätigen Elternteil und seinem Kind.
Angesichts der möglichen Angebote zur Täterarbeit im Kontext Häusliche Gewalt ein trauriges Schicksal für das involvierte Kind, das mit dem Verlust eines Elternteils leben muss, weil der gewalttätige Erwachsene keine Einsicht zeigt, sein schädliches Verhalten zu korrigieren und konstruktive Verhaltensstrategien zu trainieren.
Heute ist das kleine Kind der betroffenen Mutter fast 15 Jahre alt und besucht mit dem Sohn des damaligen Passanten Günther K., welcher der Mutter möglicherweise durch sein entschlossenes Handeln das Leben rettete und dafür sorgte, dass die betroffene Frau damals nicht schlimmer verletzt wurde, gemeinsam die Klasse einer weiterführenden Schule. Manchmal kreuzen sich Lebenswege wieder und geben dadurch Raum und Gelegenheit Dankbarkeit zu zeigen.

Gelegenheit Dankbarkeit zu zeigen:

Danke an Günther Kubelka, der an dieser Stelle stellvertretend für alle mutigen Bürger steht, die hinsehen und helfen, wo Mitmenschen diese Hilfe benötigen.

Häusliche Gewalt ist oftmals nicht sofort erkennbar, doch knapp jede vierte Frau in Deutschland ist hiervon betroffen.

Immer wieder gibt es Vorfälle, in denen auch Männer Opfer häuslicher Gewalt werden!

Ganz gleich, wer betroffen ist– Gewalt ist nie ok und erst recht nicht, wenn auch noch Kinder involviert sind

 


Seelischer Schmerz

Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie Opfer Häuslicher Gewalt sind oder Menschen kennen die diesbezüglich Hilfe brauchen:


Gewalt ist nie ok

Wie reagieren involvierte Kinder auf Häusliche Gewalt? Kinder fragen sich: Wer kann mir helfen? Bin ich schuld an den Streitereien meiner Eltern? Hier finden Kinder Erklärungen und professionelle Hilfe bei Häuslicher Gewalt: „www.gewalt-ist-nie-okay.de gibt Kindern Antworten und Hilfestellung“

 

Frauen gegen Gewalt

Seit mehr als 30 Jahren finden Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffenen sind, unkompliziert und wohnortnah Hilfe: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe unter Frauen gegen Gewalt e.V.

 

Männerhäuser

Das Angebot der Männerhäuser erfüllt für Männer eine ähnliche Funktion wie die Frauenhäuser für Frauen. An Männerhäuser können sich Männer wenden, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Sie bieten Männern kurzfristig die Möglichkeit sich räumlich zu trennen und dabei menschenwürdig unterzukommen.

Männerhäuser bieten den Männern Beratung und Unterstützung.


Die UN Women Friend – Kampagne

Im Rahmen der UN Women Friend – Kampagne engagieren sich Menschen aus allen Bereichen des sozialen Lebens für die Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Frauenrechte. UN Women Friends werden Teil einer großen Bewegung und unterstützen die Arbeit der Einheit der Vereinten Nationen „UN Women“ mit einer monatlichen Spende. Durch Ihre Spende wird die weltweite Projektarbeit von UN Women in über 86 Ländern ermöglicht. Der Fokus der Projekte liegt auf der Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und auf der wirtschaftlichen Stärkung von Frauen. Insgesamt konnte UN Women durch die weltweiten Projekte das Leben von über 8 Millionen Frauen und Mädchen verbessern.

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