Entfremdung

Entfremdung

 

Mein Sohn wurde mir regelrecht als Strafe entzogen– Entfremdung war die Folge!

Wolfgang B., ein betroffener Vater aus der Schweiz berichtet:

Es war damals eine schlimme Zeit, als mich meine Exfrau, nach diversen Fehler von mir, aus unserer Wohnung vor die Türe setzte. Unser gemeinsamer Sohn lebte weiter bei ihr, und er litt wohl auch sehr darunter. Er liebte uns beide sehr, doch durch die ständige einseitige Beeinflussung, in der ich immer nur schlecht dargestellt wurde, konnte ich dies nur schlecht korrigieren.

Um ihn wenigstens ab und an zu sehen, habe ich ihn morgens vor dem Kindergarten kurz abgepasst und sprechen können. Weitere Treffen, sowie Besuchszeiten, sind mir nicht mehr bekannt. Mein Sohn wurde mir regelrecht als Strafe entzogen. Wir litten alle sehr darunter. Alles, was ich später für ihn getan habe, ist kein Ausgleich für die damals entgangene Zweisamkeit zwischen Vater und Sohn. Als er grösser wurde, hat er begriffen, dass ich immer für ihn da war, und ihm immer geholfen habe, sobald er einen Wunsch aussprach. Trotzdem war ständig diese negative Beeinflussung vorhanden. Er war in einer Zwickmühle. Er liebte uns beide, doch wollte er keinem weh tun. 

Mit meiner jetzigen Beziehung, mittlerweile bin ich wieder sehr glücklich 25 Jahre verheiratet, habe ich eine 22 jährige Tochter. Es war für mich stets wichtig, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Meine Tochter profitiert natürlich davon. Da ich umständehalber nicht mehr voll arbeiten konnte, habe ich mit meiner Frau einen Kompromiss getroffen. Meine Frau schaffte voll weiter, und ich war mehr für Haushalt und Tochter zuständig. Somit habe ich sie mehr grossgezogen. Sie genoss es eine homogene Familie zu haben, und weiss es bis heute sehr zu schätzen. Noch heute macht sie gerne Urlaub mit mir. Mit mir spricht sie auch, natürlich auch mit ihrer Mutter, persönliche Themen durch. Wir geniessen unser Familienleben. 

Hätte ich mich damals mit meiner Exfrau besprechen können wäre es zum Vorteil meines Sohnes gewesen. Eine gerechte Regelung unter den Elternteilen ist enorm wichtig für die Kinder. Leider waren Hass und Verletzung grösser. Wenn dies die ehemaligen Partner nicht können, ist eine gemeinsame Beratung einzuschalten. Bei uns war dies über viele Jahre nicht möglich. Seitens meiner Ex, legte sie mir alles nur Mögliche in den Weg und machte mich ständig schlecht. Später glätteten sich die Wogen und man konnte wieder miteinander reden. Doch diese Zeit war für unseren Sohn, die Kindes- und Jugendzeit vertan. Ich bedauere es sehr, dass ich für ihn damals keine andere Möglichkeit hatte. 

 

Die schweizer Institution KESP

Hier in der Schweiz gibt es neu eine Institution, die vom Staat ins Leben gerufen wurde, die KESP, die in solch fällen Regelungen zum Wohle aller Beteiligten trifft.

Wenn dies allerdings ohne offizielle Stellen geschehen kann, also auf privater Basis, ist dies vorzuziehen. Ein Verein, wie „PIANO“, ist hier eine Möglichkeit und sollte genutzt werden. Schön wäre es, wenn alle Beteiligten in solch Situationen vernünftig reagieren, und sich an einen Tisch setzen würden. Gemeinsam für und nicht gegen die Kinder und Eltern handeln!Bevor sich Behörden einschalten oder einschalten müssen, ist eine einvernehmliche private Einigung besser.

Wolfgang B., Zürich (Schweiz)

 


 

Der betroffene Sohn beging einige Jahre später Selbstmord. In wie weit die Entfremdung zwischen Vater und Sohn zu dieser Tragödie beigetragen hat, kann im Nachhinein leider nicht mehr aufgedeckt werden.

 

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